Klimafitte und gesunde Strassen

Wie lassen sich Strassenräume im Alpenrheintal zugänglicher, klimagerechter und gesünder gestalten? Im Projekt «KLuGE Strassen» hat die Gemeinde Triesen am 10. April 2026 eine neue Bewertungs- und Planungsmethode getestet.

Hitzeinseln oder schattige Alleen: Die Gestaltung von Strassenräumen beeinflusst, ob Menschen zu Fuss gehen, Rad fahren, den öffentlichen Verkehr nutzen oder mit dem Auto unterwegs sind. Im Projekt «KLuGE – klimafitte und gesunde Strassen» haben Organisationen aus der Schweiz, Liechtenstein und Österreich dazu eine neue Methode entwickelt. Pilotgemeinden testen diese nun in der Praxis. In Liechtenstein sind das Amt für Hochbau und Raumplanung sowie CIPRA International für die Umsetzung zuständig.

Naturnahe Grünflächen können nicht nur Klimafolgen wie Hitze oder Starkregen abfedern, sondern auch die Luftqualität verbessern sowie Raum für Bewegung und Erholung bieten. Stephan Banzer vom Amt für Hochbau und Raumplanung ist überzeugt: «Mit der neuen Bewertungsmethode lassen sich Umwelt- und Gesundheitsaspekte bei geplanten Strassenumbauten besser berücksichtigen.» 

Triesen ist Pilotgemeinde
Gibt es schattenspendende Bäume? Sind Verkehrsabgase und Lärm wahrnehmbar? Ist der Gehsteig mit Rollstuhl barrierefrei befahrbar? Bei einem Workshop am 10. April 2026 bewerteten Vertreter:innen der Gemeinde Triesen eine Strasse und diskutierten die Ergebnisse. Peter Strunk, Leiter Tiefbau, fasst zusammen: «Für mich ist die Methode eine gute Checkliste, um bei der Planung möglichst früh viele Aspekte zu beachten.» Denn der Auslöser für Strassenumbauten seien meist technische Probleme der verschiedenen Werke, wie etwa marode Wasserleitungen. Überlegungen zu Gestaltung und Grünbereiche kämen erst später.

Für Gemeinderätin Nicole Schurte sollte die Methode zukünftig auch ökologische Aspekte wie die Art der Bepflanzung erfassen. Die Stärken liegen vor allem in der Vergleichbarkeit verschiedener Strassenprojekte sowie in der frühzeitigen Anwendbarkeit, so die weiteren Rückmeldungen. Die Ergebnisse von Triesen und den Pilotgemeinden Feldkirch, Hohenems, Diepoldsau und Buchs fliessen nun in die Weiterentwicklung ein, die im Herbst öffentlich zur Verfügung stehen soll. 

Rückfragen sind zu richten an:
Marion Ebster-Kreuzer, Projektleiterin CIPRA International, marion.ebster@cipra.org, +423 237 53 53